Wie kann ich beten?

Was für Erfahrungen hast du mit dem Gebet bereits gemacht? Vielleicht betest du häufig, vielleicht eher selten, vielleicht ist es dir auch außerhalb der sonntäglichen Eucharistiefeier eher fremd zu beten. Dabei ist Gebet etwas ganz grundlegendes in einem christlichen Leben. Gebet, das ist sozusagen die ständige Verbindung zu Gott. Im Gebet kannst du zu Gott sprechen, alles mit ihm teilen, was dein Leben ausmacht. Im Gebet kannst du auf ihn hören, dich von ihm berühren lassen.

Die Schwierigkeit dabei ist, dass man das nicht immer so deutlich spüren kann, ja, dass man manchmal sogar sehr weit davon entfernt zu sein scheint, obwohl man es versucht. Es gibt allerdings einige Voraussetzungen, Schritte, die du tun kannst, um das Gebet zu erleichtern, um die Verbindung mit Gott noch deutlicher zutage treten zu lassen.

Wichtig ist, sich klarzumachen, dass man immer wieder eine Entscheidung treffen muss, wenn man beten möchte. Wenn man alles einfach auf sich zukommen lässt, dann ziehen Gelegenheiten ungenutzt vorbei. Wer beten will, muss bewusst sagen: jetzt will ich beten. Und es ist wichtig, sich einen Ort und eine Zeit zu suchen, die günstig dafür sind. Am besten reserviert man sich jeden Tag eine ganz bestimmte Zeit und sucht auch immer wieder denselben Ort auf, an dem man ungestört im Gebet sein kann.

Vielleicht am allerwichtigsten ist aber, sich nicht zu viel vorzunehmen. Gebet, das beginnt im ganz kleinen, das beginnt manchmal mit einem einzigen Satz oder einem einzigen Wort. Wichtig ist, es regelmäßig zu tun, egal wie wenig es am Anfang ist.

Mit der Zeit wird es leichter werden, intensiver. Das Beten wird leichter fallen, wenn du dir bewusst machst, dass der ganze Mensch betet. Es ist nicht nur eine Sache des Kopfes - auch die Körperhaltung hilft beim Gebet und kann manchmal selbst schon zum Gebet werden. Gebet kann sehr vielfältig sein, Gebete von anderen können helfen, selbst ins Gebet zu kommen, aber genauso wichtig ist es, Gott zu Wort kommen zu lassen, nicht nur zu reden, sondern auch zu hören.

Beten kann man beinahe immer und überall. Wer die kleinen Gelegenheiten des Alltags nutzt, für den wird selbst eine Wartezeit an der Haltestelle oder im Wartezimmer keine vergeudete Zeit mehr sein - weil er mit Gott ins Gespräch kommt. Und: beim Gebet ist man nie allein. Die Kirche betet immer mit, die Kirche auf Erden und die Kirche derer, die bereits im Himmel sind. Das ist eine wertvolle Unterstützung.

Hab den Mut, anzufangen! Vielleicht können die Gebete und Meditationen auf dieser Seite eine Hilfe dabei sein.